AM SEIDENEN FADEN
Am Rand,
dem Himmel so nah,
die Menschen so klein
da unten.
Die Menschen,
schlecht, hässlich, grausam
waren sie zu dir,
schon immer.
Ein Leben
am seidenen Faden,
es fehlt nur noch das
Loslassen.
Zum Abschied
einen Traum erfüllen;
zum Abschied
fliegen lernen.
Sonnenuntergang,
so schön war er noch nie,
feurig flammendes Rot,
herzerwärmend.
Diese Welt,
einzigartig und wundervoll,
eigentlich liebst du sie
noch immer.
Nur du
und der Sonnenuntergang
und der zärtliche Wind;
Stille.
Schrei,
schrei allen Schmerz hinaus,
Tränen voll Traurigkeit,
weine.
Nach unten
bringt dich der Fahrstuhl,
erschöpft, ausgebrannt,
erleichtert.
Ein Leben
gerettet.
© Michelle Klemm
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