El Teide
El Teide

Am Morgen hängen Wolken über Puerto de la Cruz. Sobald wir unseren Mietwagen haben, wollen wir aufbrechen zu unserem ersten Tagesausflug. An der Hotelrezeption hatten sie uns gesagt, heute sei ein guter Tag, um auf den Teide zu fahren. Gesagt – getan! Leider sollte sich später herausstellen, dass das Wetter keineswegs optimal war; aber erst mal von Anfang an:



Da dies bereits unser dritter Urlaub auf der Insel ist, brauchen wir keine Karte, um auf den Teide zu kommen, außerdem ist ja alles ausgeschildert. Meine Eltern auf dem Rücksitz erfreuen sich an dem herrlichen Panorama, diesem wunderschönen Ausblick auf Puerto de la Cruz, während wir auf der sich schlängelnden Straße stetig den Berg hinauf steigen. Stetig verhalten sich auch die Temperaturen, je höher wir kommen umso kälter wird es. Bei unserem ersten Halt an einem Aussichtspunkt, zeigt das Thermometer gerade noch
6 °C, der Wind lässt die gefühlte Temperatur noch weiter sinken und es beginnt zu regnen. Also springen wir schnell wieder ins Auto und sehen zu, dass wir bald über die Wolken kommen.



Dummer Weise hängen diese sehr hoch heute. Auf dem Parkplatz „Minos de San Jose“ (2300 m) machen wir unseren nächsten Stopp. Doch statt die bizarre Mondlandschaft bei hellen Sonnenschein zu bewundern und zu durchwandern, treiben uns dicke Wolkenschwaden, Temperaturen um die
0 °C und ein eisig kalter Wind bald zurück ins Auto. Langsam kämpft sich die Sonne aber durch. Also fahren wir weiter bis zur Seilbahnstation und dort lacht sie von einem strahlend blauen Himmel auf uns herab. Von der Spitze des Teide ist jedoch immer noch nicht viel zu sehen. Bockig hat er einen dichten Wolkenvorhang um sich gezogen, in welchem die Gondel der Seilbahn verschwindet.



Inzwischen habe ich zwei Paar Socken und Winterschuhe an den Füßen und trage über T-Shirt und Rollkragen-Strickjacke noch eine weitere Jacke sowie ein zusätzliches Tuch um den Hals – so lässt es sich aushalten. Trotzdem beschließen wir, dass es sich an diesem Tag nicht lohnt, 25 € pro Person für die Seilbahn auszugeben. Außerdem fühle ich mich für -6 °C auf 3555 m Höhe noch nicht warm genug angezogen, selbst wenn diesen Winter kein Schnee auf dem Teide liegt. Meinen Mann kann ich ohnehin nicht dazu bringen, in die Gondel zu steigen, da tritt er in Streik. Alle meine Überredungs-, Bestechungs- und Überzeugungsversuche helfen nichts, wie z. B. der Satz aus dem Prospekt „Eine moderne und sichere Seilbahn bringt Sie bis auf 200 m unter den Gipfel.“ Somit bleibt dieser Punkt auf der Liste weiterhin offen.



Wir setzen also unsere Fahrt fort bis zu den Roques de Garcia. Da wir bereits gemerkt haben, dass die Luft hier oben dünn ist, verlangsamen wir ab sofort unser Tempo, sonst kommen wir nur allzu schnell aus der Puste. Die Sonne scheint, wir klettern auf Felsen, fotografieren – alles bestens; nur vom Teide ist nach wie vor nichts zu sehen. Erst als wir uns bereits auf dem Weg nach unten in Richtung Los Gigantes befinden, lüftet er für einen kurzen Moment seinen Schleier und gewährt uns einen Blick.



Dafür entschädigt uns aber bald die herrlichste Aussicht auf La Gomera, die wir je erleben durften, blühende Mandelbäume, leuchtend blauer Ozean soweit das Auge reicht, Felsen ohne störende Kräne im Bildmotiv und angenehme
20 °C.

Februar 2012



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